Inoceramus  

Inoceramus

 

aus der paläontologische Sammlung Odo Mader, Rattenberg
ca. 65 x 50 cm

Naturwissenschaftliche Sammlungen, Inv.-Nr. SM1655

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Der Erwerb der paläontologischen Sammlung Mader war für die erdwissenschaftlichen Sammlungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum von größter Bedeutung, da mit diesem Erwerb der Grundstein für den Wiederaufbau der paläontologischen Sammlung gelegt werden konnte.

 

Infolge der bereits in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erfolgten Eingliederung großer Teile der paläontologischen Sammlung des Landesmuseums in die Sammlung des Institutes für Geologie und Paläontologie und der Hochwasserkatastrophe des Jahres 1985 war eine paläontologische Sammlung am Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum zum Zeitpunkt des Ankaufes der Sammlung Mader praktisch nicht existent.

 

Die nunmehr erworbenen rund 1500 Objekte stellen einen ausgezeichneten Grundstein für den Wiederaufbau der Sammlung dar.

 

Herr Mader, wohl einer der aktivsten Fossiliensammler Tirols, trug seine umfangreiche Sammlung in jahrelanger, mühevoller Tätigkeit, insbesondere im Bereich des Brandenbergtales, zusammen.

 

Die Bedeutung der Sammlung ergibt sich aus dem Umstand, dass es sich hierbei um gerade für Tirol sehr wichtiges wissenschaftliches Material handelt. Die rund 1500 Objekte stammen schwerpunktmäßig aus dem Bereich des Brandenbergtales sowie aus der Gegend von Kössen. Die Typuslokalität der so genannten "Kössener Schichten" liegt selbst in Tirol, und das Faunenspektrum der Brandenberger Gosau weist eine gegenüber den anderen Gosauvorkommen der Ostalpen durchaus eigenständige Note auf. Die noch ausständige wissenschaftliche Bearbeitung und Auswertung der Sammlung lässt durchaus lohnende Ergebnisse erwarten.

 

Die Abbildung zeigt eines der größten erworbenen Objekte. Es handelt sich hierbei um eine Muschel der Gattung Inoceramus.

 

Die Muscheln der Gattung Inoceramus weisen ein eiförmiges bis rundliches, ungleichseitiges und meist konzentrisch beripptes Gehäuse auf. Sie kommen vom Jura bis in die Kreide vor und stellen insbesondere in der höheren Kreide wichtige Leitfossilien, das sind Arten, die nur innerhalb einer relativ kurzen erdgeschichtlichen Zeitspanne, jedoch in weiter Verbreitung vorkommen und sich daher besonders gut für die Untergliederung der Erdgeschichte eignen.


Literatur
Ulrich Lehmann, Paläontologisches Wörterbuch (Stuttgart 1977). - Ulrich Lehmann / Gero Hillmer, Wirbellose Tiere der Vorzeit (Stuttgart 1980). - Arno Hermann Müller, Lehrbuch der Paläozoologie, Band II, Invertebraten, Teil 1: Protozoa-Mollusca 1 (Jena-Stuttgart 1993).

 

Thomas Bidner