Gruppe von Bergkristallen  

Gruppe von Bergkristallen

 

Dorfertal (Kals am Großglockner)
bis ca. max. 120 cm

Naturwissenschaftliche Sammlungen, Inv.-Nr. Mineralogie, 7001

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Die abgebildete, im Jahre 1969 im Dorfertal in Osttirol (Kals am Großglockner) gefundene Bergkristallgruppe enthält einen der größten jemals in den Ostalpen gefundenen Bergkristalle, woraus sich auch die besondere Bedeutung dieser Mineralgruppe für die mineralogische Dokumentation Tirols ergibt. Sie zeigt beeindruckend, welche Größenordnungen alpine Kluftminerale erreichen können.

 

Die Entstehung der alpinen Kluftminerale ist in der Zeit nach der letzten Umwandlung der Gesteine unter hohen Temperaturen und Drucken im Zuge der Bildung der Alpen erfolgt. Während der Heraushebung und Auffaltung der Gesteine entstanden in diesen Risse und Klüfte, in denen mineralreiche Lösungen zirkulieren konnten und aus denen schließlich die verschiedenen Kluftminerale auskristallisierten.

 

Thomas Bidner


Im Jahr 1973 feierte das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum seinen 150-jährigen Bestand. Das wichtigste Ereignis in diesem Rahmen war die Eröffnung des Tiroler Landeskundlichen Museums im ehemaligen Zeughaus Kaiser Maximilians I. Das Zeughaus-Gebäude, das zu den selten erhaltenen monumentalen Funktionsbauten aus maximilianischer Zeit gehört, hatte bis 1955 militärischen Zwecken gedient und war in den Jahren 1964/69 vom Land Tirol restauriert und der Öffentlichkeit erstmals mit der großen Maximilian-Ausstellung des Jahres 1969 zugänglich gemacht worden. Anschließend dem Tiroler Landesmuseum zur Einrichtung eines Museums übergeben, wurde dieses am 18. Mai 1973 eröffnet.

 

Das Konzept des neuen Museums hatte der Direktor des Ferdinandeums, Hofrat Dr. Erich Egg, entwickelt, an der Umsetzung war Kustos Dr. Liselotte Plank entscheidend beteiligt. Das neue Museum im Zeughaus, damals das einzige seiner Art in Tirol, bezog sich - den Statuten des Ferdinandeums seit der Gründungszeit entsprechend - auf Tirol in seinem historischen Umfang. Inhaltlich wurde der Bogen sehr weit gespannt von der Naturbeschaffenheit des Landes (Mineralien, Fossilien) über die Auswertung dieser Gegebenheiten durch den Menschen (Bergbau, Manufakturen), die Bedrohung des Menschen durch die Natur (Lawinen- und Wildbachverbauung), kulturelle (Kartographie, Musikinstrumente) und technische Leistungen (Holztrift im Brandenbergtal, Verkehrswesen, Feuerwehr) bis zur Verteidigung des Landes im Gebirge.

 

Bei der Eröffnung erklärte Kulturreferent LHStv. Prof. Dr. Fritz Prior: "Die heutige Eröffnung des Landeskundlichen Museums und seine Übergabe in die Obhut des Landesmuseums mag als eine würdige Jubiläumsgabe des Landes Tirol an eine hochverdiente Pflegestätte der Kunst und Geistigkeit angesehen werden ... Nur schwerlich können wir heute ermessen, was diese Institution in den eineinhalb Jahrhunderten ihres Bestehens für das Kulturleben des Landes geleistet hat."

 

Meinrad Pizzinini


Blick in den Hof des Zeughauses Maximilians I.