Franz-von-Wieser-Medaille  

Franz-von-Wieser-Medaille

 

Bronze vergoldet, Dm 50 mm
Vs.: Porträt Franz von Wiesers nach rechts; Umschrift: FRANCISCVS EQVES DE WIESER; Inschrift li: · ÆT · ; re: · LXX · ; bez.: K[arl] Dobihal [Innsbruck 1883-1925 Innsbruck]

Historische Sammlungen, Inv.-Nr. Medaillen XXXVI/7

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Bereits der Statutenentwurf (1823) sieht die Ehrung um den Verein verdienter oder für den Verein wichtiger Persönlichkeiten durch ihre Ernennung zu Ehrenmitgliedern vor. Die ersten aktenmäßig erschließbaren Ehrenmitglieder waren 1828 Justinian von Avancini (zu ihm siehe unter 1828) und Alois Stadler.

 

Bereits im 19. Jahrhundert war die vereinzelte Ernennung zu "korrespondierenden Mitgliedern" eine Art der Auszeichnung für Wohltäter, die durch Sachzuwendungen oder Hilfestellungen für einzelne Sammlungen hervortraten, ohne selbst Mitglieder zu sein (z. B. Anton Nagel, MA 1845, 245, 356; Franz Ambrosi, MA 1848, 63), auch wenn diese 1927 als Neuheit (wieder-)eingeführt wurde. 1929 wurde der Personenkreis der korrespondierenden Mitglieder von Persönlichkeiten, die sich durch tätige Mithilfe Verdienste um das Museum erworben haben, ausgeweitet auf solche, die sich um die Heimatforschung verdient gemacht haben. 1953 wurde - nach heftiger Diskussion - diese Art der Ehrung wieder abgeschafft, hielt man doch die Ernennung zum Ehrenmitglied bzw. die Verleihung der Franz-von-Wieser-Medaille für ausreichend!

 

Die Idee zu dieser Medaille ging von Raimund von Klebelsberg aus. Kostengründe waren vor allem ausschlaggebend für die Verwendung der Vorderseite wie der Vignette der Rückseite jener Medaille, die 1918 anlässlich des 70. Geburtstages des damaligen, höchst verdienstvollen, langjährigen Vorstandes Franz von Wieser auf Kosten des Museums geprägt worden war. Zunächst gab es zwei verschiedene Auflagen: für Gönner und für Verdienste um die Erforschung Tirols. Zu ersten Trägern bestimmte der Verwaltungsausschuss 1931 Univ.-Prof. Dr. Otto Stolz, Dr. Josef Garber und Dr. Franz Stumpf. In den im Jahr 1959 neu herausgekommenen Statuten heißt es, dass "an Persönlichkeiten, die sich um die Kunst und Wissenschaft, insbesondere um die Erforschung Tirols, besonders verdient gemacht haben, ... der Verwaltungsausschuß die mit Beschluß vom 4. November 1930 gestiftete Franz-von-Wieser-Medaille verleihen" kann.

 

Mitte der 50er Jahre ging der Vorrat an Wieser-Medaillen aus, und die Auszuzeichnenden erhielten stattdessen die noch vorhandenen Geburtstagsmedaillen überreicht. Nachdem die Druckstöcke wieder aufgefunden wurden, stellte Dr. Erich Egg anlässlich der Ausschusssitzung am 22. November 1956 den Antrag, die Wieser-Medaille in ihrer ursprünglichen Gestalt wieder einzuführen. Zwischen 1931 (erstmalig) und 1998 (bislang letztmalig) wurde die Wieser-Medaille an 40 Persönlichkeiten vergeben.

 

Bislang fünfzehnmal wurde die 1988 eingeführte "Medaille für besondere Verdienste um das Ferdinandeum" vergeben. Einmalig ist die Auszeichnung von Dr. Fritz Prior und Dr. Ernst Eigentler mit einer eigens zu diesem Anlass geprägten Ehrenmedaille (1989).


Rückseite der Franz-von-Wieser-Medaille. Vignette: prähistorische Gefäße, Globus, Bücher, Schriftrollen; darunter Inschrift: DAS MVSEVM / FERDINANDEVM FVR / DIE VERDIENSTE VM / DIE ERFORSCHVNG / TIROLS



Literatur
Kaspar Schwarz, Franz von Wieser als Museumsvorstand, in: Veröffentlichungen des Museum Ferdinandeum in Innsbruck 5 (1925) (Franz von Wieser Gedenkschrift) 56-66. - Raimund von Klebelsberg, Innsbrucker Erinnerungen 1902-1952 (Schlern-Schriften 100, Innsbruck 1953) 330. - Bernhard Koch, Numismatica zur österreichischen Urgeschichtsforschung. In: Festschrift für Richard Pittioni zum siebzigsten Geburtstag (Archaeologia Austriaca Beiheft 13/1: Urgeschichte, Wien 1976) 42-46.

 

Ellen Hastaba