Nähmaschine, 1848/49  

Nähmaschine, 1848/49

 

Jakob Eisendle (Pflersch 1811-1888 Pflersch)
Metall, Holz, ca. 46 x 48 x 92 cm

Historische Sammlungen, Inv.-Nr. Technik 170

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Diese Nähmaschine weist bereits Ober- und Unterfadentechnik (Schiffchen!) auf. Die Konstruktion aus solidem Eisen ist auf einem hölzernen Untergestell mit Fußtretpedal aufgebaut.

 

Um 1848 besuchte der Schneidermeister Josef Hinterlechner aus Gossensaß Jakob Eisendle (zum Erfinder Jakob Eisendle vgl. den Beitrag zum Jahr 1875) und erzählte ihm, dass es Nähmaschinen geben solle und er, Eisendle, solle ihm eine solche bauen. Jakob Eisendle informierte sich hierauf in den ihm zur Verfügung stehenden Literaturen und baute nach kurzer Zeit eine derartige Nähmaschine nach. Hinterlechner benützte diese Maschine bis 1873 regelmäßig. In diesem Jahr stellte er, "der Schändliche", diese Maschine auf der Wiener Weltausstellung als seine eigene Konstruktion vor, wogegen Eisendle öffentlich Protest einlegte.

 

Am 5. Februar 1889 bot Josef Hinterlechner diese Nähmaschine dem Ferdinandeum um 25 Gulden zum Kauf an. Conrad Fischnaler handelte den Preis auf 10 Gulden herunter; diese Summe wurde Hinterlechner vom Schwager Fischnalers, dem Stöcklwirt in Trens bei Sterzing, übergeben (MA 1889, Nr. 42; JB 28. 5. 1888 - 31. 5. 1889).

 

Mehr zu Jakob Eisendle unter 1875


Jakob Eisendle
Bibliothek



Literatur
Ernst Attlmayr, Tiroler Pioniere der Technik (Tiroler Wirtschaftsstudien 23, Innsbruck 1968) 13f.

 

Meinhard Neuner