Kaiserliche Ehrenmedaille für Andreas Hofer, verliehen 1809  

Kaiserliche Ehrenmedaille für Andreas Hofer, verliehen 1809

 

Ehrenmedaille zur Erinnerung an die Erhebung Österreichs zum Kaisertum an der goldenen Kette aus duplierten Gliedern, 1804
Johann Nepomuk Wirt (Wien 1753-1811 Wien)
VS: Porträt Kaiser Franz' I. von rechts, Umschrift: FRANZISCVS AVSTRIAE IMPERATOR; unter der Büste sign.: I. N. Wirt. F.
RS: Fassade eines antiken Tempels mit Kaiserthron; am Architrav über dem Thron Inschrift: AVSTRIA AD IMPERII DIGNITATEM EVECTA; Mi. u.: MDCCCIV
Gold, Dm 50 mm, Wert: 40 Dukaten

Historische Sammlungen, Inv.-Nr. Patriotika 15

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Einen Höhepunkt während der "Interimsregierung" von Andreas Hofer in der Innsbrucker Hofburg bildete wohl die Botschaft Kaiser Franz', die am 29. September 1809 eintraf: Neben der Zusicherung, die Tiroler zu unterstützen, schickte der Kaiser auch 3000 Golddukaten und eine große goldene Medaille mit seinem Brustbild an einer Kette als Ehrengeschenk für Hofer und erhob ihn in den Adelsstand. Daraufhin wurde der Namenstag des Kaisers (4. Oktober) zum "Nationalfeiertag" erklärt und ein großes Fest gefeiert: Nachdem alle Honoratioren mit Andreas Hofer an der Spitze in die Hofkirche eingezogen waren, fand eine Messe statt. Am Schluss trat Hofer vor den Hochaltar und Abt Markus von Wilten legte ihm die geweihte Ehrenkette um (Pizzinini, 160f).

 

Im Juli 1881 erkundigt sich Carl Edler von Hofer, ein Enkel des Sandwirts, wann sein vor kurzem verstorbener Bruder Andreas die goldene Medaille samt Kette dem Ferdinandeum übergeben habe. Von Seiten des Museums wird er daraufhin auf den Umstand hingewiesen, dass sein Bruder die Medaille dem Museum niemals gespendet, sondern lediglich während des Krieges 1866 zur Aufbewahrung und Ausstellung gegen einen kleinen Eintrittspreis übergeben habe. Er selbst habe nach Kriegsende die Kette wieder abgeholt und dabei auch das eingenommene Geld erhalten. Hofer wird darauf aufmerksam gemacht, dass wohl seine Schwägerin, die Witwe seines Bruders, über den weiteren Verbleib der Medaille Auskunft geben könne (MA 1881, 158).

 

Am 25. März des darauffolgenden Jahres schreibt Frau Albertine Edle von Hofer, dass sie als Universalerbin ihres Gatten Andreas Edlen von Hofer dem Wunsch des Verstorbenen nachkommen und die Ehrenkette samt Medaille dem Ferdinandeum schenken werde. Sie verbindet dies jedoch mit der Bedingung, "daß in dem Falle, wenn das Musäum aufhören sollte ein tirolisches zu sein, oder wenn es aufgelöst werden sollte", die Ehrenkette wieder an den zu seiner Zeit ältesten männlichen Nachkommen der Familie Hofer zurückzugeben sei (MA 1882, 85). Höchst erfreut über dieses Geschenk geht das Ferdinandeum auf die Bedingungen ein und übersendet daraufhin Frau Hofer am 16. Mai das Diplom eines Ehrenmitgliedes des Ferdinandeums (MA 1882, 132).

 

Mehr zu Andreas Hofer unter 1824, 1917, Chronik 1953 und Chronik 1960


Andreas Hofer erhält am 4. Oktober 1809 die Ehrenkette des Kaisers
Bibliothek, FB 3229/3



Literatur
Josef Hirn, Tirols Erhebung im Jahre 1809 (2. Aufl., Innsbruck 1909) 710ff. - Václav Mericka, Orden und Ehrenzeichen der österreichisch-ungarischen Monarchie (Wien-München 1974) 229. - Meinrad Pizzinini, Andreas Hofer. Seine Zeit. Sein Leben. Sein Mythos (Wien 1984) 160f.

 

Claudia Sporer-Heis