Montanistisch-geognostische Sammlung  

Montanistisch-geognostische Sammlung

 

Geognostisch-Montanistischer Verein für Tirol und Vorarlberg
Statuten des Geognostisch-Montanistischen Vereins für Tirol und Vorarlberg (Seite 1) mit charakteristischem Handstück, ca. 35 x 23 cm bzw. ca. 12 x 10 cm

Naturwissenschaftliche Sammlungen, Inv.-Nr. NB 085001 bzw. MGS 1385

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Die montanistisch-geognostische Sammlung von Tirol umfasst rund 6000 Gesteinsproben aus allen Teilen Alttirols.

 

Die Sammlung wurde im Zuge der Geländearbeiten zur Erstellung der geognostischen Karte von Tirol von Mitarbeitern des Geognostisch-Montanistischen Vereins für Tirol und Vorarlberg in den Jahren zwischen 1837 und 1846 aufgesammelt und im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum deponiert.

 

Die Abbildung zeigt die erste Seite der Statuten des Geognostisch-Montanistischen Vereins für Tirol und Vorarlberg mit einem typischen, formatierten Handstück aus der montanistisch-geognostischen Sammlung.

 

1846/47 wurden die Sammlungen vom Sekretär des Montanistisch-Geognostischen Vereins und Fachdirektors der Mineralogisch-Geologischen Sammlungen des Ferdinandeums, dem Innsbrucker Augenarzt Dr. Michael Stotter, in monatelanger mühevoller Arbeit in den Räumen des Ferdinandeums archiviert und aufgestellt.

 

Alle Proben wurden detailliert in vier großen Folianten verzeichnet und die Handstücke in den Schauräumen des Ferdinandeums in großen Schaukästen, entsprechend ihrer geographischen Verbreitung, aufgestellt. Auf Schubbrettern unter jedem der Glaskästen waren die zugehörigen Ausschnitte der geognostischen Karte von Tirol (mehr dazu unter 1852) aufgespannt. In diesen Ausschnitten waren auch die Profillinien eingetragen, entlang denen die oberhalb in den Schaukästen präsentierten Objekte aufgesammelt worden waren.

 

In der Folge wurde die Sammlung jedoch wieder abgebaut und Jahrzehnte lang in Depots gelagert, so zuletzt im Landeskundlichen Museum im Zeughaus, wo sie schließlich am 6. August 1985 durch die Hochwasserkatastrophe schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.

 

Nach der erfolgten Reinigung lagern die Proben nunmehr im Depot der Erdwissenschaftlichen Sammlungen in den Räumlichkeiten der Naturwissenschaftlichen Sammlungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum.

 

Die montanistisch-geognostische Sammlung von Tirol stellt eine in ihrer Art einzigartige Dokumentation der Geologie Tirols dar und ist ein wichtiges Zeugnis der Geschichte der erdwissenschaftlichen Erforschung Tirols. So die personellen Ressourcen es zulassen, soll die Sammlung in den nächsten Jahren neu inventarisiert und einer Bearbeitung zugeführt werden.


Literatur
Raimund von Klebelsberg, Geologie von Tirol (Berlin 1935).

 

Thomas Bidner