Bruno Gironcoli, Ohne Titel (Herzvase), 1998–99  

Bruno Gironcoli, Ohne Titel (Herzvase), 1998–99

 

Bruno Gironcoli, Ohne Titel (Herzvase), 1998–99,Kunstharz, mit bronzefarbenem Anstrich, 82 x 57 x 35 cm

Kunstgeschichtliche Sammlungen, Inv.-Nr. Moderne Galerie, B 667

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Der österreichische Künstler Bruno Gironcoli (1936–2010) gilt als einer der wichtigsten und eigenwilligsten Vertreter der zeitgenössischen Plastik. Nach einer Goldschmiedelehre in Innsbruck, studierte er an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Von 1977 bis 2004 leitete er die Bildhauerschule an die Akademie der bildenden Künste Wien. Geprägt von einem Parisaufenthalt 1961/62 und den Arbeiten Alberto Giacomettis entstehen in den frühen 60er-Jahren „Drahtgegenstände“, in denen er menschlich-körperliche Formen als Drahtgeflecht ausbildet. In den darauf folgenden Jahren arbeitet er an singulären Formen aus Gips, Pappmaché, Holz und Polyester, die stilisierten Köpfen und gestreckten, sitzenden, gebeugten oder knienden Figuren ähneln. Dabei überzieht er die billigen Materialien mit Gold-, Silber- und Kupferfarbe. Diese charakteristische Farbgebung behält Gironcoli auch für die meisten seiner nachfolgenden Skulpturen bei. Anfang der 70er-Jahre beginnt er mit Objektarrangements den Raum großflächiger zu bespielen. Er entwickelte über die Jahre hindurch seine eigene Formensprache hin zu skurrilen Metamorphosen von technischen und organischen Versatzstücken. In ihnen zeigt sich seine Vorliebe für glatte, fließende, monochrome Oberflächen aus Aluminium, Polyester oder Bronze. Mit handwerklicher Perfektion bis ins kleinste Detail schafft er Objekte, die sich letztlich jeder Deutung entziehen. Im Gegensatz zu den geradezu barock wirkenden Großskulpturen zeichnet sich die „Herzvase" durch eine einfachere und klarere Formensprache aus.